Telemedizin ist ein innovativer Ansatz, der medizinisches Fachwissen und Geräte mit Informations- und Kommunikationstechnologien kombiniert, damit Untersuchungen, Überwachung und Behandlung bei Ihnen zu Hause stattfinden können.
| In ganz Europa leben Menschen länger. Dadurch gibt es auch immer mehr Menschen, die an einer oder mehreren chronischen (Langzeit-)Erkrankungen leiden. Der Bedarf an Langzeitbehandlungen hat zur Entwicklung neuer Behandlungsmodelle geführt, die die medizinische Behandlung und Überwachung zu Hause ermöglichen. Durch die Nutzung elektronischer Kommunikationsformen kann die Telemedizin die Gesundheitspflege revolutionieren. | ![]() |
Im Folgenden einige Beispiele für telemedizinische Dienste:
Diese Beispiele beschreiben nur einige Szenarien, wie Ihnen Telemedizin dabei helfen kann, unabhängiger zu werden, eine bessere Kontrolle über Ihre Behandlung zu erhalten und mit Ihrer Erkrankung besser zurecht zu kommen.
Verschiedene Telemedizin-Geräte und -Dienstleistungen bieten die Möglichkeit, zu Hause die Lungenfunktion zu überwachen und mit Lungenerkrankungen umzugehen.
| Asthma In den vergangenen Jahren hat eine Reihe von Studien auf die möglichen Vorteile des Telemonitoring für Asthmapatienten hingewiesen. Die Erkenntnisse haben gezeigt, dass Menschen, die ihren eigenen Lungenfunktionstest, auch als Spirometrie bekannt, zu Hause durchführen, genaue Testergebnisse aufzeichnen, die mit jenen von einem Arzt erfassten vergleichbar waren. Eine andere Studie hat gezeigt, dass ein Arzt mithilfe des Videomonitorings Kinder mit Asthma beurteilen und behandeln konnte, und dass der mangelnde Direktkontakt die Qualität der Behandlung und die Betreuung der Kinder nicht beeinträchtigte. |
| Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) Es ist bekannt, dass die Verbesserung der Selbstüberwachung von COPD-Symptomen die Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten, bedingt durch eine Verschlimmerung ihrer Symptome, verringern könnte. Der Einsatz von Selbstmonitoring-Techniken kann auch die Dauer und Kosten der Krankenhausbesuche zur Behandlung oder Überwachung verringern. In einer Studie, im Rahmen derer die Auswirkungen dieser Dienste bewertet wurden, wurde Menschen mit COPD ein Videotelefon, ein elektronisches Stethoskop und ein digitales Blutdruckmessgerät bereitgestellt, mithilfe derer sie schnell einen Fachpflegedienst zurate ziehen konnten. Die Ergebnisse zeigten, dass Videotechnologie effizient ist und von den Studienteilnehmern gut angenommen wurde. Eine weitere Studie zeigte, dass der Zugang zu webbasierten Call Centern nach der Entlassung aus dem Krankenhaus die Anzahl der Wiederaufnahmen verringerte. |
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| Thierry Troosters, ERS-Experte im Bereich Rehabilitation, erklärt: “Obwohl die Telemedizin in den meisten europäischen Ländern noch nicht zur Standardbehandlung gehört, zeigen Ergebnisse von klinischen Studien, dass diese Technologie für Atemwegspatienten Zukunft hat” |
In der TeleScot-Studie wird derzeit untersucht, wie die Telemedizin Menschen mit Langzeiterkrankungen wie COPD, in Schottland helfen kann. Eine Studie umfasst mehr als 250 Menschen mit schwerer COPD, wobei die Hälfte ein Touchscreen-System erhalten haben, um allmorgendlich ihre Symptome zu erfassen.
Darüber hinaus verwenden die Patienten auch ein Pulsoximeter zur Messung der Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz, ein Peakflow-Messgerät zur Kontrolle der Atmung sowie Waagen zur Gewichtskontrolle. Diese Messungen werden mithilfe eines speziell entwickelten Computerprogramms über eine sichere Internetverbindung automatisch an ein Ärzteteam übermittelt. Durch dieses Programm wird jeder Person ein roter, gelber oder grüner Dringlichkeits-Farbcode zugewiesen, damit die Ärzte sofort erkennen, bei wem ein Besuch oder ein Anruf erforderlich ist und wessen Symptome zum betreffenden Zeitpunkt stabil sind.
Clair Sparrius, eine Atemwegs-Physiotherapeutin, die an der Studie mitarbeitet, erklärt: “Wir haben von den Studienteilnehmern sehr positive Reaktionen erhalten, und die meisten genossen das Gefühl, Kontrolle über ihre Krankheit zu haben. Das System ermöglicht es Menschen, stärker am Umgang mit ihrer Erkrankung beteiligt zu sein und sie sind beruhigt, dass ein Arzt täglich ihre Messungen überprüft. Etwas ungewohnt war es für die Gesundheitsdienstleister und Menschen mit COPD schon, sich an eine andere Vorgehensweise zu gewöhnen, aber wir haben auf jeden Fall gesehen, welche Vorteile die Überwachung von Menschen in dieser Form bietet.“
TeleScot-Versuch
NEXES ist ein Projekt der Europäischen Union, das sich auf Menschen mit chronischen Erkrankungen (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD); Herzinsuffizienz und Diabetes des Typs II) konzentriert. Ziel dieses Projekts ist es, drei Arten von Pflegeprogrammen zu entwickeln (a) Wohlbefinden und Training; b) Verbesserte Pflege für gebrechliche Patienten / Pflege zu Hause und frühere Entlassung aus dem Krankenhaus, und c) Unterstützung von Diagnoseverfahren im Bereich der Primärversorgung), die durch Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien ein gesundes und unabhängiges Leben fördern.
NEXES
| RENEWING HEALTH ist ein europäisches Projekt zum Ausbau von Telemonitoring-Diensten, die bereits auf lokaler Ebene verfügbar sind. | ![]() |
Mit diesem Projekt soll Patienten mit Diabetes, chronisch obstruktiven Lungen- oder Herz-Kreislauferkrankungen eine zentrale Betreuung ihrer Erkrankung geboten werden. Im Rahmen des Programms werden Videokonferenzen von zu Hause aus sowie Fernmonitoring verwendet, um die Zahl der Krankenhausaufenthalte und Notaufnahmen zu verringern.
| Carme Hernández, eine Krankenschwester, die an beiden Projekten beteiligt ist, erklärt: “Unser Team ist sehr gespannt, wir haben sehr viele Rückmeldungen von Fachleuten erhalten und die Patientenzufriedenheit ist sehr hoch. Über die ICT-Plattform können Fachleute und Patienten zusammenarbeiten, die Selbstbetreuung der Patienten verbessern und Redundanzen vermeiden.“ |
Ein COPD-Patient über seine Erfahrungen mit einem Telemedizin-Versuch:
| “Ich bin ein 72 Jahre alter COPD-Patient und leide auch an Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. Vor einigen Jahren hat mich mein Arzt gefragt, ob ich ein Jahr lang zu Hause per Telemedizin betreut werden möchte. Ich habe mich dazu entschlossen, an der Studie teilzunehmen. Von meinem Krankenpfleger habe ich regelmäßig Anrufe erhalten, um zu überprüfen, ob es mir gut ging. Ich habe ihm Aufnahmen meiner Symptome geschickt und davon, wie stark diese von Tag zu Tag schwankten. Manchmal hatte der Krankenpfleger den Eindruck, dass ich mit dem Arzt sprechen sollte, was dann auch organisiert wurde. Ich fühlte mich mit diesem Dienst und diesem Behandlungsverfahren sehr sicher und hoffe, dass es einmal als Teil unseres Gesundheitssystems in Europa für alle Patienten verfügbar sein wird.“ |
Diese Unterlagen wurden mit der Unterstützung von Clair Sparrius, Dr. Bruno Balbi und Carme Hernández RN, MSc (Hospital Cliníc de Barcelona) zusammengestellt.